Betagte Gefährten

Genauso wie ältere Menschen, liegen mir auch betagte Tiere sehr am Herzen und Kommunikationen mit ihnen berühren mich immer wieder tief. Im Laufe ihres Lebens hat sich ein riesiger Schatz an Wissen angesammelt, den sie bereitwillig mit uns teilen und von dem wir viel lernen können, gerade auch in Bezug auf das Älterwerden und den Umgang mit dem Tod.

Auch wenn sie die Gebrechen des Alters häufig mit grosser Würde tragen, benötigen gerade alte Tiere viel Zuwendung, Liebe und Verständnis. Nebst dem Auftreten körperlicher Beschwerden, können nämlich auch Tiere, genauso wie wir Menschen, im Alter manchmal etwas „eigen“ werden. Dafür werden sie aber häufig auch ruhiger, häuslicher und anschmiegsamer.

Umso trauriger stimmt es mich deshalb, wenn ältere Tiere ihr Zuhause verlieren. Ein neues Daheim zu finden wird für sie in den meisten Fällen sehr schwierig, da sich potenzielle Frauchen und Herrchen vor allfällig anfallenden Mehrkosten und/oder einem baldigen Tod ihres neuen Gefährten fürchten und deshalb lieber ein jüngeres Tier bei sich aufnehmen. Die Folge davon ist, dass Tierheime vor alten Tieren überquellen oder Tiere ab einem gewissen Alter auch gar nicht mehr aufnehmen, da sie als unvermittelbar gelten. Diese müssen dann, obwohl noch gesund und voller Lebensfreude, eingeschläfert werden.

Nach meinem Umzug in eine „katzengerechte“ Wohnung habe ich mich deshalb ganz bewusst dafür entschieden, älteren Tieren ein neues Daheim zu bieten… und habe diese Entscheidung bisher keine Sekunde bereut. Mutzli und Scheggli, die beiden betagten Katzen, die als erste bei mir eingezogen sind, bewiesen mir ihre Lebensfreude und ihre Dankbarkeit jeden Tag aufs Neue und gaben mir unglaublich viel zurück. Ich kann deshalb jedem Tierfreund nur ans Herz legen, auch einem älteren Tier eine Chance zu geben. Ich bin überzeugt, er wird jeden Tag von neuem überrascht sein, was noch alles in seinem betagten Hausgenossen steckt!

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